Peter Wawerzinek - Schriftsteller

(In Zusammenarbeit mit Andrea Freiberg, Bildende Künstlerin)

Peter Wawerzinek:
Ballade von Äskulap und Bonadea, gedruckt als „konkrete Poesie“ auf zwei Bannern, 2020

Andrea Freiberg: Blaupause, Doppelskulptur aus Zedernholz mit Anstrich, 2020

Performance von Peter Wawerzinek mit Andrea Freiberg und Julia Trolp, Samstag 20. Juni, 20 Uhr

Was verbindet die Arbeit eines Romanschriftstellers mit der einer Bildhauerin? Hätten sich der Schriftsteller und Rompreisträger Peter Wawerzinek und seine Lebensgefährtin, die Bildhauerin Andrea Freiberg, diese Frage je stellen müssen, so hätte die COVID-19 Krise sie geradezu mit der Nase auf die Antwort gestoßen! Während es im Roman um die Stellung des Einzelnen zur ihn umgebenden Gemeinschaft geht, stellen Skulpturen und Plastiken den Betrachter immer vor die Frage nach der Position zum Raum und den übrigen dort befindlichen Objekten. Nach zweieinhalb Monaten des Ausharrens auf engstem gemeinsamen Raum, teilen Schriftsteller und Bildhauerin die Frage nach der richtigen Position und der gebührenden Distanz nicht nur mit allen anderen Zwangsgemeinschaften, sondern müssen erkennen, dass die Frage nach dem rechten Abstand nun eine weltweite Diskussion hervorruft.
Begleitend zu den zwei frei stehenden Stelen von Andrea Freiberg, die sie während des Lockdowns aus dem Stamm einer auf dem Gelände der Villa Massimo frisch gefällten Zeder geradezu „herausgeschält“ hatte, hat Peter Wawerzinek eine dialogische Ballade von Äskulap und Bonadea gedichtet. Die Liebe zwischen dem griechischen Gott der Heilkunst und der Gottheit aus dem Latium wird durch das Abstandsgebot im Rahmen der COVID-19 Krise vor unüberwindbare Hindernisse geführt. Was im Balladentext tragisch ausgeht, wird im dreistimmigen Vortrag am Samstag, den 20. Juni um 20 Uhr durch Peter Wawerzinek, Andrea Freiberg und die Erzählerin Julia Trolp entdramatisiert. Die Liebe, so wird allen klar, muss Distanzen überwinden. Und wer an der Performance als Zuschauer teilnimmt, so meint Peter Wawerzinek, der sollte sich in jedem Fall köstlich amüsieren – trotz all der schwierigen Umstände, ob er sie nun bereits hinter sich hat oder noch überwinden muss, das Recht auf Liebe und auf Lachen ist unveräußerlich.

Andrea Hartmann

Jan Liesegang

Sabine Scho

Nezaket Ekici

Bigit Brenner

Ulrich Schwarz

FAMED

Beate Kirsch

Sabine Scho

Johanna Diehl