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Als Luca Cordero di Montezemolo Chef von Ferrari wurde, versprach er den Aktionären gleich zu Anfang: Geben Sie mir ein Jahr, und Sie werden Ferrari nicht wiedererkennen. Als er im zweiten Jahr zur Rechenschaft antrat, mußte er korrigieren: Geben Sie mir zwei weitere Jahre, damit ich es erreiche. Die Geschichte ist so amüsant wie in der Sache richtig.
Das erste Jahr ist das des Aufbaus: anstrengend, weil jede Routine fehlt, leicht, weil keine Erfahrung hindert. Wenn man Erfolg hatte, muß man ihn im zweiten Jahr nach außen bestätigen und nach innen durch Korrekturen festigen. Das dritte Jahr zeigt dann, ob man es richtig gemacht hat, und im Idealfall muß man danach erst einmal nichts mehr verändern, die Grundausrichtung ist gefunden.
Wir sind im zweiten Jahr der Villa Massimo nach der Wiedereröffnung, 2004.
Die Stipendiaten des ersten Jahrgangs hatten die Akademie Mitte Januar verlassen. Sie haben den Aufenthalt in Rom sehr genossen, von hier vieles für sich mitnehmen können, haben in der Zukunft Projekte in Italien und kommen immer wieder zu Besuch zurück, aber es soll nicht unterschlagen werden, daß es auch manche Unzufriedenheit gab. Das erste Jahr war überwiegend von den Vorstellungen des neuen Direktors, von mir geprägt. Die Villa mußte schnell in der Öffentlichkeit Anerkennung finden und für die zukünftige Ausrichtung und Qualität mußten die Marken gesetzt werden. Was dabei manchmal nicht ausreichend zu öffentlicher Wirkung kam, waren die Vorstellungen der Stipendiaten.
Tatsächlich besteht ein Gegensatz zwischen der öffentlichen Erscheinung der Villa Massimo und den Vorstellungen der meisten Stipendiaten von der Präsentierung ihrer Arbeit – allerdings ein fruchtbarer. Stipendiaten, alle und nicht nur die deutschen, sind in Rom fast ausnahmslos nicht bekannt, egal, welchen Rang sie im Norden bekleiden, und das Interesse vor Ort ist zunächst begrenzt. Um Aufmerksamkeit und Attraktion zu erzeugen, bedarf es italienischer, römischer Maßstäbe, die für den nordischen Geschmack manchmal zu mondän, dem Zweck etwas unangemessen wirken. Hinzu kommt die Präsentation der Kunst – Baselitz oder Kounellis sind keine Namen, die noch der Bestätigung bedürften. Genau das ist aber der Grund, warum man sie in Rom sehen will. Die Stipendiaten sind damit nicht immer einverstanden, die öffentliche Präsentation wünscht man sich oft zurückhaltender, und dafür die eigene Kunst eindeutig im Vordergrund. Um es vorwegzunehmen: die Stipendiaten dieses Jahrgangs haben mir gezeigt, wie berechtigt diese Auffassung ist, und es ist sinnfällig geworden, daß eine moderne Akademie aus dem Gegensatz öffentlicher Repräsentation durch anerkannte Kunst und der auch nach außen erkennbaren, im Werden begriffenen Arbeit der Stipendiaten schöpft – solcherart ist das Haus lebendig.
Wir haben, glaube ich, 2004 einen gemeinsamen Weg in aller Unterschiedlichkeit, die hier Vielfalt und Reichtum bedeutet, gefunden. Davon handelt dieser Bericht.
Noch vor dem offiziellen Stipendiatsbeginn hatten sich Heike Schuppelius, Martin Schmidt, Eva Hertzsch und Adam Page sowie Tina Andric in Rom eingefunden, um an einem Workshop der altehrwürdigen Accademia Nazionale di San Luca gemeinsam mit italienischen Architekten und Stipendiaten Frankreichs, Amerikas und Groß-Britanniens teilzunehmen. Thema war die Erarbeitung von Alternativvorschlägen für die Tangenziale Est, eine Stadtautobahn, die einst mitten durch dichtbebautes Wohngebiet geschlagen worden war - eine Bausünde. So direkt am Anfang des Aufenthaltes ins kalte Wasser zu steigen, war gewiß nicht einfach, aber es ist eine wunderbare, lehrreiche Methode, sich dem ewigen Rom vom zeitgenössischen Alltag her anzunähern und dabei auch gleich Freunde zu finden.
Noch im Februar wurde eine exemplarische Retrospektive der Aquarelle Per Kirkebys in Anwesenheit des Vorstandsvorsitzenden der Altana AG, Dr. Nikolaus Schweickart, und der Direktorin des Altana Kulturforums in Bad Homburg, Dr. Andrea Firmenich, für deren inhaltlich wie logistisch großzügige Unterstützung wir uns sehr bedanken, eröffnet. Die Arbeiten sind von seltener Schönheit, aber mir schien es darüberhinaus wichtig, mit Per Kirkeby in Rom nicht nur den bedeutendsten lebenden skandinavischen Künstler vorzustellen, dessen künstlerisches Schaffen ohne seinen Bezug zu Deutschland nicht denkbar wäre, sondern auch an die lange Reihe deutsch-dänischer Begegnung in Rom zu erinnern, an deren Beginn, bedeutsam für Olevano, die Beziehung zwischen Bertel Thorwaldsen und Joseph Anton Koch stand. Der kränkelnde Deutsche hatte sich auf Anraten des Dänen dort erholt, und der Strom deutscher Künstler dorthin ist seither nicht mehr versiegt.
Die traditionelle housewarming-party fand Anfang März statt – sie dient der Begegnung der neu eingetroffenen Stipendiaten mit anderen Künstlern, Stipendiaten, aber auch Vertretern des öffentlichen Lebens in der Stadt. Zu Gast war an diesem Abend sogar Bundesinnenminister Otto Schily, die Stipendiaten hatten selbst gekocht, aber der Zweck ging im Erfolg der Veranstaltung unter. Deswegen haben wir die Begegnungen, die in der großen Menge der Gäste nicht mehr zustandekamen, dann bei einem informellen Abendessen mit etwa sechzig Personen nachgeholt.
Bei einer unserer regelmäßigen Lesungen, zu denen uns die Casa di Goethe in die Via del Corso einlädt, waren noch im März Marion Poschmann, Dieter M. Gräf und aus der Casa Baldi Ralf Bönt zu Gast.
In der Casa Baldi, unserer Außenstelle in Olevano Romano (etwa 1 Stunde von Rom entfernt), gab es nur zwei Tage später eine Neuerung: am 27. März verabschiedeten sich Ralf Bönt und die Architektin Tina Andric gemeinsam mit der Künstlerin Nicola Stäglich aus der zur Akademie der Künste in Berlin gehörenden Villa Serpentara mit einer gemeinsamen Veranstaltung und einem Abendessen von der Stadt. Es war ein besonders heiterer Tag, der um vier Uhr begann und in der Nacht endete mit Ausstellungen und einer Lesung, die von Ralf Bönt in Englisch gehalten wurde, weil neben vielen Italienern mit Bürgermeister Guido Milana an der Spitze, auch Stipendiaten der spanischen, niederländischen, amerikanischen und britischen Akademie, selbst Gäste aus Litauen und Australien gekommen waren. Ein schöner, großer Erfolg, der ganz allein auf der Initiative der drei Stipendiaten beruhte.
Soltanto un quadro al massimo, unsere Ausstellungsreihe, in der sich zwei bedeutende Künstler mit je einer Arbeit begegnen, zog wieder sehr viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Protagonisten waren diesmal Jörg Immendorff und Jannis Kounellis. Mehrere Kamera- und Radioteams sowie alle wichtigen Zeitungen waren zur Pressekonferenz vertreten, und auch zum Abendessen und den Eröffnungen war wieder das kulturelle Rom präsent. Die Arbeiten waren von äußerster Eindringlichkeit, Jörg Immendorff mit einem auf sein ganzes künstlerisches Schaffen bezogenen, beeindruckenden Rückblick und Jannis Kounellis mit einer mediterranen Arbeit, die er eigens für diese Ausstellung geschaffen hatte und die besonders berührte, weil eines der Bestandteile ein Fischernetz voller Menschenhaar war.
Das Frühjahr sah weitere Veranstaltungen, unter anderem Lesungen und Konzerte unserer Ehrengäste, einen Convegno zu Dilthey, veranstaltet von der Deutschen Botschaft, die Verleihung des Mittner-Preises des DAAD, eine Lesung unserer Stipendiaten während einer außergewöhnlichen, dreitägigen Theater-Film-Literatur-Veranstaltung zu Pasolini in der für das Publikum erstmalig zugänglichen privaten Burganlage Pasolinis bei Viterbo, eine öffentliche Diskussion über Kunstkritik und Poesie zwischen Markus Lüpertz und Durs Grünbein und schließlich, am 25. Mai, eine Tagung anläßlich des 125. Todestages von Gottfried Semper in Rom, mit einigen außergewöhnlich gehaltvollen Vorträgen, wobei besonders die Direktorin der Hertziana, Elisabeth Kieven, mit einer kunsthistorischen Trouvaille aufwartete, die sie so lebendig und voller Freude vortrug, daß der Beifall für sie nicht enden wollte – eine Sternstunde.
Am 10. Juni, dem Geburtstag unseres Gründers Eduard Arnhold, haben wir unser Sommerfest gefeiert und wollen das an diesem Tag auch in Zukunft tun. Die Stipendiaten hatten wie im Vorjahr schon ihre Ateliers geöffnet und ihre künstlerischen Positionen vorgestellt. Später wurde mit vielen Gästen bis spät in die Nacht (was geht in diesem Haus eigentlich nicht bis spät in die Nacht?) gefeiert zu den Klängen der Banda di Testaccio, einem hervorragenden, vielseitigen, besonders sympathischen Orchester, dessen Mitglieder aus einem der populären Viertel Roms kommen und deren Alter von ca. zwölf bis zu siebzig Jahren reicht.
Ein Solokonzert kam auf Initiative unseres Ehrengastes Helmut Lachenmann zustande: am 21. Juni spielte der große Kontrabassist Stefano Scodanibbio im Innenhof des Villino ein eigenes Stück (mit dessen Kurzfassung er bereits vor römischem Konzertpublikum Anfang des Jahres Begeisterungsstürme ausgelöst hatte), die letzte römische Uraufführung von Luciano Berio und Uraufführungen unserer beiden Stipendiaten Jamilia Jazylbekova und Carsten Hennig.
Am 26. Juni verabschiedeten sich Saskia Niehaus, Thomas Hettche und Ina Abuschenko aus Olevano – noch mehr Publikum als im März, Bürgermeister Milana, der Essen mitgebracht hatte, daß sich die Tische bogen und eine sehr sympathische Begebenheit: Thomas Hettche hatte für die Lesung aus seinem jüngst in Italien erschienenen Roman einen Schauspieler gesucht, aber letztlich keinen gefunden, weil der Text den zweien, die bereits zugesagt hatten, am Tag der Lesung schließlich zu anzüglich war. Auf Anweisung des Bürgermeister wurde der Text nun von seinem Sekretär gelesen, und er hat es gut gemacht, und zuallererst Thomas Hettche war sichtlich zufrieden.
Bevor im Juli Marina Michetti wieder ihren auch von unseren Gästen und Stipendiaten oft besuchten Invito alla Danza begann, gab es noch zwei besondere Veranstaltungen. Am ersten Juli sprach man Holländisch in der Villa Massimo: In Zusammenarbeit mit der Königlich Niederländischen Akademie und anderen niederländischen Institutionen in Holland selbst haben wir in der Villa Massimo eine Ausstellung junger niederländischer Kunst eröffnet und eine Debatte mit dem Thema Het eeuwig Licham (Der ewige Körper, nicht Der ewige Leichnam, wie ich zum Amusement sämtlicher anwesenden Holländer übersetzt hatte). Mit welcher Farbigkeit und Lebendigkeit Holland uns überzogen hat! Und noch lange hing über unserem Akademieschriftzug am Eingangstor eine Piratenflagge mit Totenköpfen und der Aufschrift "Holländische Akademie" - selten wurde freundschaftlicher gekapert. In diesem Zusammenhang zog auch der Amsterdamer Künstler Albert van Westing für zwei Monate zu uns. Wir hatten dem niederländischen Nationalfond für Bildende Künste das Angebot eines zweimonatigen Gastaufenthaltes eines niederländischen Künstlers gemacht, um Bemühungen in Holland selbst nach Künstlerförderung in Rom zu unterstützen. Europäische Zusammenarbeit kann auch so aussehen.
Und mit der Verleihung des Globo d’Oro, des Filmpreises der Auslandpresse, zog vor der Sommerpause noch einmal gesellschaftlicher Glanz ins Haus, am 3. Juli. Das italienische Kino, Rom wie Venedig, war anwesend, und ausgezeichnet wurden auch unsere Stars und Lieblinge: Virna Lisi, Carlo Verdone, Sergio Castellito, Carlo Pedersoli (Bud Spencer), Margarethe von Trotta und viele andere, bevor die Provinzen von Arezzo und Grosseto ein großes Galadiner auf den hochgelegenen Wiesen der Villa Massimo an der Straße des 21. April ausrichteten.
Die dritte Künstlerbegegnung mit zwei Werken, diesmal Markus Lüpertz und Emilio Vedova, fand zum Saisonauftakt am 15. September statt. Es war sicherlich die klassischste der bisherigen Ausstellungen, ein wunderbar gemaltes Orpheus und Eurydike von Markus Lüpertz, dessen künstlerisch existentielle Bedeutung gerade in dieser Umgebung sofort verstanden wurde und Emerging 2, ein Bild, das Vedova 1982 für die damalige dokumenta gemalt hatte – eine Arbeit, die in vielen großen Museen in aller Welt gezeigt worden war, aber noch nie in Italien. Fast ist es müßig, zu sagen, daß die Begegnungen während des private previews zwischen Stipendiaten und Repräsentanten der römischen Politik und Kultur seltene Gelegenheiten für einen informellen Austausch sind.
Auf Initiative der Villa Massimo wurde Ende September die erste deutsche Kulturwoche mit weit über einhundert Ereignissen in ganz Italien veranstaltet. Das Eröffnungsfest fand dank der in jeder Beziehung großzügigen Unterstützung des Präsidenten der BMW Group Italia, Dr. Marco Saltalamacchia und seines Teams um Gianni Oliosi, am 28. September in der Villa Massimo statt. Die Villa erstrahlte in noch nie dagewesenem Glanz, beinahe tausend Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens hatten sich eingefunden, und der Oberkommandierende der Italienischen Luftwaffe, General Leonardo Tricarico, schenkte uns ein Konzert seines Orchesters unter der Leitung von Patrizio Esposito mit Stücken von Shaw, Mendelssohn-Bartholdy, Respighi, Bernstein und unserem Stipendiaten Carsten Hennig, dessen Uraufführung von Gold nur noch der Triumphmarsch aus Aida folgte.
Im Oktober gab es im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem romapoesia – Festival eine Lesung von Marion Poschmann und Dieter M. Gräf in der Casa delle Letterature. Die für das italienische Publikum essentiellen Übersetzungen wurden von der Villa Massimo beauftragt, was eine Wirkung für Schriftsteller in Italien, die noch nicht auf dem freien Markt übersetzt wurden, überhaupt erst ermöglicht.
Die erste Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Rom, worüber dessen Direktor Michael Kahn-Ackermann und ich uns beide sehr gefreut haben, war eine zweitägige Abendveranstaltung am 20./21. Oktober mit den Videoarbeiten unserer Stipendiaten Christoph Girardet, Andree Korpys/Markus Löffler und Eva Hertzsch/Adam Page.
Mit der Amerikanischen Akademie zusammen haben wir deren Halloweenfest am 31. Oktober in der Villa Massimo mit einer erschreckend vergnüglichen Party und phantasievollen Kostümen gemeinsam mit den Stipendiaten vieler ausländischer Akademien und italienischen Freunden ausgerichtet. Glücklicherweise wurden an diesem Abend die nationalen Hürden, zumindest anfangs, nicht übersprungen: die Deutschen hatten das Fest organisiert, die Belgier standen an der Friteuse, die Amerikaner am Grill, die Italiener sorgten für die Musik, und Österreich tanzte mit England.
Mit drei wunderbaren Paukenschlägen hat sich die Villa Massimo in diesem Jahr vom Publikum verabschiedet. Zunächst hatte am 22. November Carsten Hennig erneut eine Uraufführung, die er mit einem Stück von Schumann kombinierte, gespielt vom Faust-Quartett aus Berlin. Es war ein seltenes Zusammenkommen zweier außergewöhnlich schöner Werke, gespielt von vier hervorragenden Musikerinnen, eine in Komposition wie Ausführung greifbare, tiefe Emotionalität, die das Publikum zu enthusiastischem Beifall hinriß.
Am 7. Dezember lasen Marion Poschmann, Dieter M. Gräf und unser Ehrengast Peter Waterhouse im Palazzo Sansevero im Herzen von Neapel. Wir hatten diesen Abend zusammen mit der Übersetzerin und Dozentin der L’Orientale-Fakultät, Camilla Miglio, geplant. Wir stießen auf ein überwiegend junges, fachkundiges, herzliches Publikum; der Saal war voll, die Treppen noch hoch bis zum Ausgang besetzt. Danach hatte die Villa Massimo zu einem kleinen Empfang eingeladen, bei dem es zu zahlreichen Begegnungen kam, die im kommenden Jahr vertieft werden – zu sehr hatten die Veranstaltung selber, der Ort und die Atmosphäre allen gefallen.
Einer der Höhepunkte dieses Jahres war Salotto buono – dieci idee a Villa
Massimo, die zweitägige Abschlußpräsentation aller Stipendiaten am 25. und 26. November. Petrus hatte es uns wieder einmal schwer gemacht, aber es fanden über sechshundert Gäste zu uns, zu zwei je vierstündigen, dichten Kunstveranstaltungen – und so gut wie niemand ging vorzeitig, wie unser Pförtner Federico festhielt. Es war ein großer Erfolg, die Videoarbeiten und eine Performance mußten wegen der Überfüllung der Ateliers in mehreren Durchgängen gezeigt werden. Auch die Konzerte und Lesungen waren durchweg dicht besucht, und das Publikum konnte sich an diesem Abend von der großen Qualität und geistigen Lebendigkeit derer überzeugen, die hier ein Jahr in Rom gelebt haben. Die Spannbreite reichte von den hermetischen Fotografien Frank Mädlers, der bis in die Presse hinein als deutscher Romantiker verstanden wurde, bis zum Event von Page/Hertzsch, die in Zusammenarbeit mit römischen Künstlergruppen ein Wettbüro mit gezinktem Fußballspiel organisiert hatten, bei dem eine Mannschaft aus dem sozialen Brennpunkt-Viertel Laurentino gegen eine Auswahl der Villa Massimo antrat. Das römische Jahr war in den Arbeiten deutlich greifbar, es gab sehr viele, intensive Gespräche, besonders dann auf dem freigeräumten Parkplatz, wo heiße Suppen ausgegeben wurden.
Diese Ausstellung war eine von den Stipendiaten von der Einladung bis zur Ausführung allein erdachte Veranstaltung, und ich freue mich besonders, daß das römische Publikum auf diese Weise sah, wie weit der Bogen unserer Kunst und der Art und Weise, wie wir sie präsentieren, gespannt ist. An Komplimenten für die Künstler der Villa Massimo hat es deswegen wirklich nicht gefehlt, und ein großer Artikel über die Veranstaltung im Messaggero hat in diesem Zusammenhang nicht zu unrecht auf die internationale Bedeutung der jungen deutschen Kunst hingewiesen.
Die Ehrengäste dieses Jahres haben auf unterschiedliche Weise in der Villa Massimo gewirkt und Beiträge geleistet – wenn sie öffentlich waren, kann man es diesem Bericht entnehmen. Allein, daß sie bei uns waren, haben wir alle sehr genossen: Helmut Lachenmann, Werner Dürrson, Hans Zender und seine Frau, Johannes Peter Hölzinger und seine Frau, George Dreyfus, Jörg Immendorff und seine Frau, Tilmann Spengler, Stefano Scodanibbio und seine Frau, Armin Müller-Stahl und seine Frau, Albert van Westing und sein Mann, Markus Lüpertz und Peter Waterhouse. Per Kirkeby und Emilio Vedova hatten zugesagt, konnten dann aber doch nicht kommen. Wir freuen uns auf einen zukünftigen Besuch.
Auch in diesem Jahr möchte ich mich, auch im Namen aller Mitarbeiter, zuallererst bei unserer Staatsministerin, Frau Dr. Christina Weiss, bedanken, weil wir in ihrem Haus jede erdenkliche Unterstützung immer unverzüglich fanden und weil alles dafür getan wurde, damit wir unsere Arbeit vor Ort, unserem Auftrag entsprechend, frei und ungehindert machen konnten. Dieser Dank gilt gleichfalls Herrn Ministerialdirektor Dr. Knut Nevermann, der oft mit seinem besonnenen Rat zur Seite stand, und Herrn Abteilungsleiter Burkart Beilfuß. Über Ihre tägliche Arbeit hinaus haben uns der Leiter des Personalreferats Hans Göser, der Vorsitzende des Personalrats Karl Schmitz und der Leiter des Haushaltsreferats Michael Tietmann substantiell geholfen. K24, unser Referat, Gabriele Beelitz, Annegret Blaut, Elfriede Borok, Walter Braune, Georg Goßler und Hans-Günter Mainz haben still und effizient, mit Verständnis und Nachsicht für die Besonderheiten in der Stadt Rom, die aus der Ferne nicht immer leicht aufzubringen sind, gewirkt. Das ist nicht zuletzt auch das Verdienst der Frau, die Gerd Trautmann als Referatsleiterin im Februar nachgefolgt ist: Rosa Schmitt-Neubauer. Sie sorgt in Berlin und Bonn mit Umsicht und Tatkraft für das Funktionieren der Villa Massimo. Wir alle hier in Rom haben sie aber in unser Herz geschlossen, weil sie das mit aufrichtiger Zuneigung tut.
Auch in Rom fanden und finden wir immer wieder Unterstützung. Besonders nennen möchte ich Aniello Verde, Chefredakteur des RAI-Satellitenprogramms, Ludovico Pratesi, Kurator und freier Journalist, Nicola Sani, Komponist und Präsident der Fondazione Scelsi, Paolo Ferruzzi, Professor für Bühnenbild an der Kunstakademie Rom, Giorgio Ciucci, Generalsekretär der Accademia Nazionale di San Luca, Vanda Perretta, Camilla Miglio und Ursula Bavaj, Germanistinnen, Ursula Bongaerts, Direktorin der Casa di Goethe, Tobias Piller, Wirtschaftskorrespondent der FAZ, Michael Zeeman, Europakorrespondent der Volkskrant, Erich B. Kusch, Präsident der Villa Vigoni, Guido Milana, Bürgermeister von Olevano Romano und last but not least Giuseppe Mannino, Präsident des Kommunalparlaments von Rom. Ein besonderer Dank gilt Irene und Rolf Becker.
Schließlich möchte ich mich bei meinen Mitarbeitern bedanken. Ute Brunn, Ornella Aiello, Manuela Spohn, Shara Wasserman, Susanne Kreisel, Maria Laura Geramb, Dennis Päschel, Federico Tozzi, Teresa Bonucci, Maria Laurìa, Paola Pizzuti, Maurizio Baroncini, den Praktikantinnen Sabine Muth, Insa Wilke, Antje Dechert, Janny van Baars, Eva Huttenlauch, Mirjam Götz, Susanne Husse und Anna Cassel sowie unsere Hauswirtschafterin in Olevano, Antonietta Mampieri, haben, salopp gesprochen, ganze Arbeit geleistet, unermüdlich, und sich zu einem Team geformt, das herzlich und effektiv zusammenwirkt.
Joachim Blüher
Rom, 19. Dezember 2004