Die Praxisstipendiaten 2009

Armin Holz, Theaterregisseur
 

1962 in Krefeld geboren, ist Theaterregisseur. Nach dem Studium der Theaterwissenschaften und der Kunstgeschichte an der Universität Wien von 1983 bis 1985 studierte er bis 1989 Regie an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Während dieser Zeit assistierte er zudem Peter Zadek am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 
Armin Holz hat an zahlreichen deutschen Theatern inszeniert, so zum Beispiel am Deutschen Theater in Berlin, am Niedersächsischen Theater in Hannover und am Schauspielhaus Bochum.
1996 war Armin Holz Preisträger der Deutschen Akademie für Darstellende Kunst. 

www.arminholz-theater.de

 

Otto Sander, Schauspieler und Sprecher
 

Der in Hannover geborene Schauspieler Otto Sander (* 30. Juni 1941 in Hannover; † 12. September 2013 in Berlin) war ein großer Darsteller des deutschsprachigen Theaters  ist vor allem als langjähriges Ensemble-Mitglied der Berliner Schaubühne bekannt geworden. Sander hat mit vielen bedeutenden Regisseuren zusammen gearbeitet, so zum Beispiel mit Peter Stein, Claus Peymann, Wilfried Minks, mit Luc Bondy und Robert Wilson. Seine Rolle als Engel Cassiel in Wim Wenders Film „Der Himmel über Berlin“ (1987) machte ihn international bekannt. Neben seiner Arbeit für Film und Theater widmete sich Otto Sander seit vielen Jahren auch den unterschiedlichsten Formen der Sprechkunst. Er „leihte“ seine unverwechselbare Bass-Stimme unter anderem Texten von Joachim Ringelnatz, Samuel Beckett, Giacomo Casanova und Umberto Eco. Der Sprecher Otto Sander galt schlicht als „die Stimme“.

 

Sasha Waltz, Choreografin

1963 in Karlsruhe geboren, begann schon im Alter von fünf Jahren an zu tanzen. Später studierte sie Tanz und Choreographie an der School for New Dance Development in Amsterdam und schloss ihrem Studium von 1986–87 eine Weiterbildung in New York an. Auf ihre Rückkehr nach Europa folgte eine intensive Zusammenarbeit mit Schauspieler , Bildenden Künstlern und Musikern wie Mark Tompkins, David Zambrano, Voré und Tristan Honsinger. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete sie 1993 dann die Tanzcompagnie Sasha Waltz & Guests und 1996 die Sophiensæle in Berlin-Mitte, eine der wichtigsten Produktionsstätten für freies Theater und Tanz in Europa.

Von 1999 bis 2004 bildete sie gemeinsam mit Jens Hillje, Thomas Ostermeier und Jochen Sandig die künstlerische Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz. Hier wurden alle Stücke der Compagnie Sasha Waltz & Guests aufgeführt. 2004 hat sich die nun wieder unabhängige Compagnie, unter der Leitung von Sasha Waltz und Jochen Sandig, von der Schaubühne gelöst. Im selben Jahr realisierte Sasha Waltz ihre erste Opernproduktion Dido & Aeneas zur Musik von Henry Purcell. Es folgten weitere choreographische Opern wie Medea zur Musik von Pascal Dusapin und Romeo et Juliette zur Sinfonie von Hector Berlioz, die in der Opéra National in Paris uraufgeführt wurde.

Im Frühjahr 2008 wurde in Frankfurt am Main das Projekt Jagden und Formen (Zustand 2008) in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern uraufgeführt. In einer weiteren Zusammenarbeit, diesmal mit arte/ZDF, wurde 1998 Allee der Kosmonauten unter der Regie von Sasha Waltz verfilmt. Für dieses Filmdebüt erhielt sie, neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen auch den Adolf-Grimme-Preis.


Fotos Sebastian Bolesch

Nach zehnjähriger Restaurierung des Neuen Museums in Berlin inszenierte sie im März 2009 mit ihrer Compagnie, in einer Besetzung von 70 Tänzern, das Projekt Dialoge 09 – Neues Museum, noch vor der geplanten Wiedereröffnung im Herbst. www.sashawaltz.de

2008 ist zum 15-jährigen Bestehen von 'Sasha Waltz & Guests' der Bildband „Cluster“ (Henschel Verlag) erschienen.
 

Helene Scharge

1969 in Warnemünde geboren, schloss 1988 ihre Töpferlehre in der VEB Keramik Coswig/Anhalt ab. Anschließend leitete sie von 1988 bis 1997 als freie Keramikerin ihre eigene Werkstatt in Plathe in der Region Altmark. In den Jahren 1997 bis 2005 besuchte sie die Hochschule für Kunst und Design in Burg Giebichenstein (Halle an der Saale) und schloss ihr Studium mit einem Diplom im Fachbereich Keramik/Design ab. Seither führt sie in Leipzig wieder eine eigene Werkstatt und gibt Kurse in Keramik- und Porzellandesign. Die markantesten Merkmale ihrer Porzellanentwürfe sind die klare Formensprache und weiße Farbgebung.


Praxisstipendiatin vom 6. Juli bis 23. August 2009

Martin Claßen
 

1959 in Köln geboren, studierte künstlerische Fotografie an der Fachhochschule für Kunst und Design Köln. Im Jahre 1988 legte er dort bei Prof. Arno Jansen seinen Meisterschüler ab. Nach dem Studium widmete er sich hauptsächlich der Architekturfotografie und arbeitete zudem an freien Projekten. Schwerpunkt seiner Arbeit ist seit Mitte der 80er Jahre das Thema Italien. Claßen zieht auch heute noch die analoge Fotografie der digitalen Aufnahmetechnik vor. 
Martin Claßens Fotografien wurden in zahlreichen internationalen Institutionen präsentiert, so beispielsweise im Museum Ludwig Köln, im Goethe Institut in Palermo, im Centre Pompidou in Paris, bei den Architekten Suter & Suter in Basel und auf der photokina Köln in der Visual Gallery. Zu seinen Publikationen gehören unter anderem die Titel „Architektur der 50er Jahre in Köln“, „Dresdner Villen“, „Verlorene Stätten – Italienphotographien“ und „Sizilien“. www.martin-classen.de

 

Carolin Widmann
 

Die Violinistin Carolin Widmann, 1976 in München geboren, wurde bei Igor Ozim in Köln, bei Michèle Auclair in Boston und bei David Takeno in London ausgebildet (1996–2002). Seit Beendigung ihres Studiums nimmt sie regelmäßig an renommierten Festivals teil und wurde mit wichtigen Preisen ausgezeichnet. Als Solistin konzertierte sie mit bedeutenden Symphonieorchestern und gibt jährlich bis zu siebzig internationale Konzerte. Mit 28 Jahren ist Carolin Widmann als Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig berufen worden. Ihr musikalisches Repertoire reicht von der Klassik und Romantik bis hin zur Neuen Musik der Moderne. www.carolinwidmann.com